Daten zum Imkerverein Dortmund Hombruch

Der Imkerverein Hombruch hat derzeit 60 Mitglieder mit insgesamt etwa 318 Völkern (Stand Frühjahr 2013). Zudem haben noch vier ehemalige Mitglieder als Fördermitglieder dem Verein die Treue gehalten. Das Durchschnittsalter liegt bei 52,3 Jahren (z.vgl. im Landesdurchschnitt 65 Jahre). Wir haben zwei jugendliche Mitglieder unter 18 Jahren.


Vereinstreffen

Wir halten unsere monatlichen Vereinstreffen an jedem dritten Mittwoch im Monat im Treff der AWO Eichlinghofen an der Stockumer Str. / Stortsweg (ehemals Haus Schwerter) ab. Gäste sind jederzeit herzlich willkommen. Es wird regelmäßig über die Tagungen und Treffen des Landesverbandes und des Kreisimkervereins berichtet. Zudem werden die für den jeweiligen Monat anfallenden Arbeiten besprochen. Fachreferate werden vorgetragen und / oder zum Teil auch Filme gezeigt. In der Regel wird jedes Jahr eine Wanderung oder Besichtung durchgeführt und ein Mal im Jahr gibt es eine sogenannte Standbesichtigung (Grillparty bei einer/m Imkerkollegin/en). Zum Jahresausklang findet ein weihnachtliches Beisammensitzen statt.

Interessenten, die sich über Bienenzucht und Imkerei informieren wollen sind als Gäste bei den Versammlungen des Imkervereins Dortmund Hombruch herzlich willkommen.
Bitte beachten Sie das aktuelle Programm.


Was kostet eine Mitgliedschaft mit zwei Völkern im Jahr

Jede/r organisierte Imker/in gehört ihrem/seinem Ortsverein an und somit dem Kreisimkerverein Dortmund / Castrop-Rauxel, dem Landesverband westfälischer und lippischer Imker und dem Deutschen Imkerbund. So beläuft sich der Gesamtbeitrag 2013 mit 2 Bienenvölkern auf 39,- €. Ratsam ist es, das Bienenjournal zum Jahresabopreis von 33 Euro oder die Biene zum Jahresabopreis von 31 Euro zu beziehen. Jeder Imker/in ist gesetzlich verpflichtet, seine Völker der Tierseuchenkasse zu melden. Von dort ergeht ein gesonderter Gebührenbescheid.

 

Vereinsgeschichte

Auf Dortmund waren die meisten Bomben des Zweiten Weltkrieges gefallen. Das Nachkriegsdortmund war geprägt durch zerstörte Häuser und Straßen, durch Beschwerlichkeiten und Entbehrungen, auch für die Imkerschaft. Spätestens 1946, möglicherweise bereits 1945, eine genaue Datierung ist bislang nicht bekannt, dürften Mitglieder des Imkervereins Dortmund Hörde den Plan gefaßt haben, im Einzugsbereich Hombruch einen neuen Imkerverein zu gründen. Das früheste Dokument des Hombrucher Imkervereins ist ein Antwortschreiben eines Herrn Fahrner der Landesfachgruppe Imker  Westfalen im Reichsverband deutscher Kleintierzüchter e.V. (damals noch in Halle Westfalen) vom 16. Januar 1947 an Hugo Henke, der am 13. Dezember 1946 den Landesverband angeschrieben hatte. In dem Schreiben der Landesfachgruppe wird dem "Imkerverein Dortmund-Hombruch" (noch in Anführungszeichen gesetzt) mitgeteilt, daß er dem Landesverband westfälischer und lippischer Imker nicht angeschlossen sei, und den Imkern daher das "Mitteilungsblatt des Landesverbandes nicht vermittelt werden dürfe".


Die Imkerei in der Geschichte

Im Mittelalter waren es noch die sogenannten Zeidler, die armbrustbewährt durch die riesigen Wälder zu hohlen Baumstämmen wanderten, um den Wildbienen ohne Gegenleistung den Honig zu rauben. Die Bienen lebten noch unabhängig von uns Menschen in einer ursprünglichen Natur. Mit der Bienenhaltung in Bienenkörben und Klotzbeuten begann bei uns die Imkerei im eigentlichen Sinne. Damit konnten die Bienen unabhängig von hohlen Baumstämmen in die unmittelbare Nähe der menschlichen Siedlungen und der sie umgebenden  Kulturlandschaft  verbracht werden. Diese Nähe zu den Menschen ermöglichte zudem die intensive Beobachtung der Bienen und ihrer Biologie. Insbesondere waren es Lehrer und Pfarrer, die sich im Nebenerwerb der Imkerei widmeten, weil sie ihren Lebensunterhalt weitgehend durch Naturalienspenden ihrer Schüler bzw. ihrer Gemeinde bestreiten mussten; eine staatliche Versorgung gab es für sie noch nicht. Aber weil sie auch keine Gehöfte und Ländereien besaßen, war die Bienenhaltung für sie die einzige Möglichkeit des landwirtschaftlichen Erwerbs. Neben Honig als einziges Süßungsmittel war auch Wachs für den sakralen Gebrauch als Kerzen von großer Bedeutung als einzige Lichtquelle in der Dunkelheit. Diesen Wegbereitern verdanken wir heute einen Großteil unseres Wissens über die Bienenhaltung.


Warum Imker im Verein?

Die Weitergabe des imkerlichen Wissens von dem Vater auf den Sohn ist  eher die Ausnahme. Dennoch bedarf es gerade heute einer intensiven jahrelangen Beschäftigung mit den Bienen, bis ein Neuimker eigenständig seine Völker führt. Allein sein Wissen aus Büchern und Fachjournalen zu beziehen dürfte nicht ausreichen. Es bedarf dazu der fachlichen Betreuung vor Ort von gestandenen Imkerkollegen und Bienensachverständigen, die dem Neuimker beratend zur Seite stehen. Selbst erfahrene Altimker stehen heute völlig neuen Problemen der Imkerei gegenüber. Insbesondere sind hier die Bedrohungen der Bienenvölker durch Parasiten und Bienenkrankheiten als auch durch Pflanzenschutzmittel zu benennen. Ein Imker auf sich allein gestellt wird es heute sehr schwer haben, ohne den Zusammenhalt mit seinen Imkerkollegen im Ortsverein die Herausforderungen zu bewältigen. Zum Beispiel macht die Bekämpfung der Varroa-Milbe nur als konzertierte Aktion Sinn. Eine wesentliche Aufgabe der Ortsvereine und darüber hinaus auch der  Kreisimkervereine, der Landesverbände und Bienenforschungsinstitute liegt darin, Wissen zur Bienenhaltung und -gesundheit und über die Bedeutung der Biene für die gesamten ökologischen Zusammenhänge zu vermitteln. Und dazu bedarf es organisierter Imker. Die Honigbiene als wildlebendes Tier gibt es nicht mehr. Nur durch die Imkerschaft, durch uns, fliegen in unseren Landschaften noch Honigbienen. 52% der bei uns vorkommenden über 550 Wildbienenarten sind bedroht, davon gelten 29 Arten bereits als ausgestorben. Nur 48% der Arten gelten in ihrer Existenz als gesichert. Ca. 80% der einheimischen Blütenpflanzen bedürfen der Insekten als Fremdbestäuber. Wir können zwar aus dem letzten Winkel der Erde Honig beziehen, aber für die Bestäuber in unserer Flora können wir nur selber sorgen. Nur die wenigsten Imker betreiben eine Erwerbsimkerei, das Gros sind Hobbyimker mit nur wenigen Völkern. Hier steht nicht die Gewinnorientierung im Vordergrund, obwohl schon bei einer geringen Menge ab etwa vier bis fünf Völkern sich das Hobby bereits mehr als amortisiert. Wichtiger als der kommerzielle Aspekt ist jedoch, nachhaltig den Fortbestand der Imkerei insgesamt zu sichern. Bienenhaltung ist ein Vielfaches ihres Honigertrages, für viele Kulturpflanzen, aber insbesondere für die Wildpflanzen sowie der Fauna, die von diesen Wildpflanzen lebt, eine existentielle Voraussetzung. Wir leisten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Fortbestand der Vielfalt in unserer Flora und Fauna. Wer sich dieser bedeutenden Herausforderung für die Gegenwart und Zukunft stellen möchte, dem bieten wir gern unsere ganze Unterstützung an. Ob Frau oder Mann, ob jung oder alt, ob Akademiker oder Schüler, bei uns ist jeder erst einmal nur "du". Aber jeder einzelne Imker ist für die Natur und die Kulturlandschaft wichtiger denn je. Wenn du dich für die Natur und ihre Zusammenhänge begeistern kannst, und dich aus der Hypnose der Unterhaltungsindustrie befreien möchtest, setzt dich mit ganzer Kraft bei uns ein. Wir reden nicht, wir machen.


Es gibt keine Standortprobleme


Nicht jeder  kann sich so glücklich schätzen und verfügt über einen eigenen Garten. Aber ähnlich wie die Lehrer und Pfarrer Generationen vor uns brauchst du nur deinen Enthusiasmus. Alles andere wird sich mit unserer Unterstützung fügen. Stadtweit gibt es viele günstige Standorte, die sich geradezu anbieten.


Was benötigt man für den Start

Beginnen sollte man günstigerweise mit zwei Völkern. Die Bienen werden in sogenannten Beuten gehalten (im Volksmund Bienenstock). Eine Beute besteht aus drei Zargen, das sind aufeinandersetztbare Holzrahmen ähnlich einer hohen Schublade ohne Boden, in denen die Wabenrähmchen eingehängt werden. Zur Beute gehört noch ein Boden und ein Deckel. Neu gekauft müssen alle außenliegenden Holzteile ausreichend mit Holzlasur gestrichen werden. Die Wabenrähmchen können fertig gebaut und gedrahtet gekauft, aber auch als Bausatz erworben und selber zusammengebaut werden. Dann braucht man noch Mittelwände aus Bienenwachs, die die Bienen dann zur bekannten Wabenform weiter ausbauen. Soweit zur Bienenbehausung. Bei Neukauf dürfte die Anschaffung bei ca. 120 EURO pro Beute liegen (bitte bei der Firma Giesenkirchen in Do-Wichlinghofen erfragen). Es gibt aber auch gutes gebrauchtes Imkermaterial, wenn man sich etwas umhört oder uns fragt. Zur Bekleidung gehören gute Lederhandschuhe mit Stölper und mindestens ein Hut mit Schleier, möglichst aber eine Imkerjacke mit angenähtem Hut und Schleier, insgesamt für etwa 50 EURO. Dazu gehört noch eine Imkerpfeife und etwas Knaster (Bahndamm Schattenseite), fertig ist das Imkerinventar. Zwei junge Völker dürften pro Volk vereinsintern ca. 30 EURO kosten und dann kann es schon losgehen (extern sollte ein 5-Waben-Volk im Frühjahr nicht über 50 Euro kosten). Man beginnt am Besten im Frühjahr, weil man dann im selben Jahr schon seinen ersten Honig erntet. Im Herbst hat man nicht unbedingt die Garantie, dass die Völker den Winter überstehen, und hat dann eventuell einen Totalverlust. Völkerverluste gehören zum Imkeralltag, sollten aber niemanden abschrecken. Da herrscht bei uns der Kameradschaftsgeist und wir stehen füreinander ein. Auch dafür gibt es den Imkerverein. Teure Gerätschaften wie Honigschleuder, Refraktormeter oder Geräte zum Wachsschmelzen oder Mittelwände gießen brauchen nicht notwendig gekauft werden und können problemlos bei Imkerkollegen ausgeliehen werden.


Ein Hobby mit vielfältigen kreativen Möglichkeiten

Wer handwerklich geschickt ist oder gern Rezepte ausprobiert, ist unter den Imkern bestens aufgehoben. Neben der Möglichkeit, die Rahmen selber zu bauen können natürlich komplette Beuten oder auch Bienenhäuser selber gebaut werden, soweit man sich das zutraut. Bauanleitungen sind leicht zu beschaffen. Auch für die Wildbienen kann man Nistmöglichkeiten erstellen, die von den Insekten gern angenommen werden. Wer sich gern geistigen aus Honig hergestellten Getränken widmet, kann  Honigwein vergären oder Bärenfang und Honiglikör ansetzen. Honig eignet sich auch hervorragend zum Kochen und Backen. Aber auch für Gesundheitsbewußte gibt es eine Vielzahl von Kräuterrezepten mit Honigverwendung. Aus Wachs kann man tolle Kerzenmotive herstellen. Selbst die Gießformen können nach jedem beliebigen Motiv selbst aus Silikon gegossen werden. Wer möchte, kann sich seine/ihre Honigseife, sein/ihr Shampoo oder seinen/ihren  Lippenpflegestift zusammenmischen. Und selbst das alte Handwerk des Bienenkorbflechtens kann erlernt werden. Die Imkerei biete eine Vielfalt an Kreativität, bei der sich auch gut Kinder und Enkelkinder einbinden lassen.